Rechtsanwaltskosten

Wir rechnen unsere Honorare nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) ab, sofern wir nicht eine schriftliche Vergütungsvereinbarung getroffen haben. Falls Sie rechtschutzversichert sind, übernimmt regelmäßig Ihre Versicherung unsere Honorare. Es kommt jedoch auf den individuellen Versicherungsvertrag an.

Je nachdem, ob wir im außergerichtlichen oder gerichtlichen Bereich für Sie tätig werden, fallen unterschiedliche Gebühren an.

Unabhängig davon sieht das RVG für eine Erstberatung eine Gebühr von 10,- bis zu 190,- € zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer vor. Sollte es in derselben Angelegenheit zu einem gerichtlichen Verfahren kommen, werden die bereits erhobenen Gebühren für die außergerichtliche Vertretung auf die folgenden Gebühren zum Teil angerechnet. Für gerichtliche Tätigkeiten im Zivil-, Verwaltungs- und Arbeitsrecht fallen regelmäßig Festgebühren an. Rahmengebühren gibt es hingegen im außergerichtlichen Bereich sowie im Straf- und Sozialrecht.

Die einzelnen Gebührentatbestände finden Sie im Vergütungsverzeichnis als Anlage zu § 2 Abs.2 RVG. Die Gebührenhöhe bestimmt sich im Zivilrecht nach dem Gegenstandswert sowie dem Umfang der Tätigkeit. Informationen zur Berechnung der Rechtsanwaltsgebühren finden Sie auf den Internetseiten der Bundesrechtsanwaltskammer.

Besonderheiten einzelner Verfahren

Arbeitsrecht
Im Arbeitsrecht haben Sie, zumindest in der ersten Instanz, die Gebühren für den von Ihnen gewählten Rechtsanwalt selbst zu tragen, sofern Sie nicht Prozesskostenhilfe erhalten oder Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt.

Strafrecht
Die Anwaltskosten im Strafrecht ergeben sich entweder aus dem RVG oder aus einer gesonderten Vergütungsvereinbarung. Je nach Verfahrensstand kann der Rechtsanwalt verschiedene Gebühren verdient haben. Die wichtigsten gesetzlichen Gebührenarten im Strafrecht sind:

 

1. Grundgebühr (Nr.4100VV): 30 bis 300 Euro
Die Grundgebühr soll die erstmalige Einarbeitung in einen Fall abgelten. Sie entsteht unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt das Mandat übernommen wird.

2. Verfahrensgebühr (Nr.4104 VV): 30 bis 250 Euro
Die Verfahrensgebühr erhält der Anwalt für das Betreiben des Geschäfts einschließlich der Information.

3. Terminsgebühr (Nr.4102f. VV): 30 bis 250 Euro
Die Terminsgebühr entsteht bei der Teilnahme des Anwalts bei Terminen, die für das Strafverfahren förderlich sind; z.B.
a. richterliche Vernehmungen und Augenscheinseinnahmen
b. Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft oder eine andere Strafverfolgungsbehörde
c. Termine außerhalb der Hauptverhandlung, in denen über die Anordnung oder Fortdauer der Untersuchungshaft oder der einstweiligen Unterbringung verhandelt wird
d. Verhandlungen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleiches
e. Sühnetermine nach § 380 StPO.

Wohnungseigentumsrecht
In Verfahren des Wohnungseigentumsrechts hat in der Regel jede Partei ihre außergerichtlichen Kosten selbst zu tragen.